Wie entstehen Schallprognosen?

Aufgrund mehrfacher Nachfragen soll an dieser Stelle kurz erläutert werden, wie die Schallprognosen sowie die Isophonenkarte im Zusammenhang mit dem Windenergieprojekt an der Sengbachtalsperre konkret zustande gekommen sind:

Die Prognose basiert auf gesetzlichen Regelungen (Technische Anleitung Lärm (TA-Lärm), Bundesimmissionsschutz-Gesetz (BImSchG) und Länder-Erlasse) und entspricht der internationalen Norm ISO 9613-2. Die TA-Lärm finden Sie hier.

Zunächst werden die Wohngebäude betrachtet, die am nächsten zu den Windrädern liegen. Diese sind für die Berechnung die maßgeblichen Orte der Lärmeinwirkung. Bei diesen Wohngebäuden wird geprüft, ob sie in einem allgemeinen Wohngebiet oder in einem Dorf- und Mischgebiet oder im Außenbereich liegen. Diese Informationen werden aus dem gültigen Flächennutzungsplan oder dem Bebauungsplan entnommen, also aus rechtsverbindlichen Plänen. In allgemeinen Wohngebieten dürfen dann 55 dB(A) während des Tages, also von 06:00–22:00 Uhr, und 40 dB(A) während der Nacht von 22:00–06:00 Uhr dauerhaft nicht überschritten werden. Für Dorf- und Mischgebieten  und im Außenbereich liegt der Schutzrichtwert tagsüber bei 60 dB(A) und nachts bei 45 dB(A).

Hierzu noch ein Vergleich: Für ausgewiesene Kurorte, Klinikstandorte und Pflegeeinrichtungen gilt ein zulässiger Grenzwert von 45 dB(A) tagsüber und von 35 dB(A) nachts. Das sind die niedrigsten Grenzwerte für besiedelte Gebiete.

Windräder werden bezüglich der Geräuschentwicklung von zertifizierten Prüfinstituten wie beispielsweise dem TÜV vermessen. Die Einhaltung dieser Werte wird vom Hersteller für jedes Windrad aus dieser Serie garantiert. Bei der Berechnung der Schallemissionen werden maximale Beurteilungspegel angesetzt und zur Sicherheit wird hierauf noch ein Zuschlag gegeben. In NRW muss grundsätzlich ein sogenannter oberer Vertrauensbereich angesetzt werden. In der Regel beträgt dieser Sicherheitszuschlag noch einmal ca. 2-3 dB(A).

Die Berechnungen zu den Schalleinwirkungen, die von BBB Umwelttechnik vorgenommen wurden, bauen noch einen weiteren Sicherheitspuffer ein: Einflüsse, die den Schall in der Umgebung dämpfen, wie zum Beispiel der umgebende Wald, werden bewusst nicht in den Berechnungen berücksichtigt. Das heißt, der tatsächliche Schall an den nächstgelegenen Häusern, liegt in der Realität niedriger als der im Modell berechnete Schall.

Immissionsrichtwerte für Immissionsorte außerhalb von Gebäuden
Ziffer TA Lärm Ausweisung Immissionsrichtwert tags (6:00 Uhr bis 22:00 Uhr) Immissionsrichtwert nachts (22:00 Uhr bis 6:00 Uhr)
6.1 a Industriegebiete 70 dB(A) 70 dB(A)
6.1 b Gewerbegebiete 65 dB(A) 50 dB(A)
6.1 c Kern-, Dorf- und Mischgebiete 60 dB(A) 45 dB(A)
6.1 d Allgemeine Wohngebiete 55 dB(A) 40 dB(A)
6.1 e Reine Wohngebiete 50 dB(A) 35 dB(A)
6.1 f Kurgebiete, Krankenhäuser und Pflegeanstalten 45 dB(A) 35 dB(A)

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