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Stand der Windenergieplanung in Solingen

Die Stadt Solingen hat sowohl die Herausforderungen als auch die Aufgaben erkannt, die die Energiewende für sie bringt. Der Stadtrat sprach sich deshalb für die Einleitung realer Maßnahmen aus und hat hierfür ein eigenes Klimaschutzkonzept beauftragt. Basierend auf diesem Konzept will die Stadt die Energiewende einleiten.

Neben der Einsparung und Effizienzsteigerung von Energie gehört dazu vor allem auch deren Erzeugung aus regenerativen Energieträgern. Ein wichtiger Baustein ist hierbei die Windenergie. Vor diesem Hintergrund wurden von der ARGE Bergwind Windpotenzial-Analysen in der gesamten Region beauftragt. Die Stadt Solingen hat diese Stellen im Stadtgebiet dann detaillierter untersucht und daraus eine so genannte “Gebietskulisse” erstellt. Aus dieser geht einerseits hervor, wo ausreichend Wind weht, andererseits aber auch, wo Windräder aus rechtlicher Sicht gebaut werden können und wo nicht. Bereiche, die sich in diesem Zusammenhang als ungeeignet erwiesen, wurden fortan aus jeglichen weiteren Überlegungen ausgenommen.

Die Stadtwerke Solingen als städtische Tochter und regional verwurzelter Energieversorger erachten die Umsetzung der Energiewende – und damit gleichzeitig die Realisierung von und Beteiligung an Wind-Projekten – als eine ihrer wesentlichen Aufgaben.

Mit Hilfe dieser Untersuchungen konnten zunächst fünf so genannte “Potentialflächen” in Solingen ausfindig gemacht werden, die für den Bau von Windrädern in Frage kommen könnten. Diese Flächen sind auf der Ergebniskarte der Raum- sowie der Windanalyse ersichtlich:

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  • Fläche 1: Eine etwa 3 ha große Fläche im Norden des Gemeindesgebietes, etwa 400 m westlich der Wupper in Hanglage am Ketzberger Berg
  • Fläche 2-5: Flächen im Gesamtumfang von etwa 66,6 ha im Südosten des Gemeindegebietes an der Sengbachtalsperre

Die Fläche 1 im Nordosten Solingens wurde wegen ihrer unmittelbaren Nähe zu einem Naturschutzgebiet nicht näher in Betracht gezogen. Auch wurden die Flächen 2 und 4 nicht näher untersucht, da sie eine für den Bau von Windrädern äußerst ungünstige Hanglage aufweisen. Alle weiteren Überlegungen konzentrierten sich demnach zunächst auf die Potentialflächen 3 und 5 an der Sengbachtalsperre.

Diese Potentialflächen werden nun bereits seit mehreren Monaten einer detaillierten Betrachtung unterzogen, um so genannte “Tabuzonen” zu ermitteln. Das sind Flächen, auf denen weitere Gründe gegen Windenergie sprechen, die in der vorangegangenen Potentialanalyse noch nicht zum Vorschein getreten sind. Dazu gehört unter anderem eine so genannte “Artenschutzprüfung”. Anhand derer soll ausgeschlossen werden, dass sich in dem ins Auge gefassten Gebiet seltene Pflanzen oder Tiere niedergelassen haben, von denen man im Vorfeld noch nichts wusste.

Im Zuge dieser Untersuchungen wurde am Steilufer der Sengbachtalsperre ein nistendes Uhupärchen beobachtet. Da der Uhu in NRW als so genanntes “planungsrelevantes” Tier gilt, werden deshalb im Augenblick in einem nächsten Schritt die konkreten Gefahren und Risiken, die ein mögliches Windrad für sie mit sich bringen könnte, herausgearbeitet. Bereits jetzt ist allerdings klar, dass sich durch die Anwesenheit der Uhus die Bedingungen für das Projekt an der Sengbachtalsperre geändert haben. Um den vorgeschrieben Abstand zu den Vögeln zu gewährleisten, werden daher die Potentialfläche 5 sowie der östliche Teil der Potentialfläche 3 fortan nicht mehr für eine Bebauung in Betracht gezogen.

reduzierung_sengbachtalsperreFür den verbliebenen Bereich dauern die Prüfungen nach wie vor an. Über mögliche Standorte kann erst dann entschieden werden, nachdem diese abgeschlossen sind und ein entsprechendes Gutachten vorliegt. Bis es soweit ist, vergeht sehr viel Zeit, da die Untersuchungen nicht auf der Basis von Momentaufnahmen, sondern von langfristigen Beobachtungen vollzogen werden sollen. Ein abschließendes Ergebnis wird deshalb nicht vor Sommer 2014 zu erwarten sein.

 

Foto: © Charles Taylor/fotolia