Fragen und Antworten

Energiewende

Was sind konventionelle Energieträger?

Das sind Minerale (Gesteine) und Rohstoffe, die bei der Entstehung der Erde oder in der Urzeit entstanden sind und zur Energiegewinnung genutzt werden können, wie das Uran oder die so genannten fossilen Energieträger Kohle (Steinkohle, Braunkohle), Erdgas und Erdöl. Bei der Umwandlung oder “Veredelung” der Energieträger in Kraftwerken zu Strom entstehen große Energieverluste genauso wie durch die weiten Wege, die der Strom zu den Verbrauchern zurücklegt.

Warum soll eine Energiewende stattfinden?

Die fossilen und atomaren Energieträger sind endlich, das heißt, sie bilden sich nicht nach – zumindest nicht in erkennbaren Zeiträumen. Deshalb werden diese Ressourcen in absehbarer Zeit erschöpft sein. Auch wenn einzelne Energieträger noch 100 oder 200 Jahre zur Verfügung stehen sollten – unsere Nachkommen werden diese Rohstoffe für viele wichtige Dinge des Alltags nicht mehr zur Verfügung haben. Neben dem vollständigen Verlust dieser wertvoller Ressourcen verursachen Gewinnung, Transport und Verwendung der konventionellen Energieträger erhebliche Schäden an Natur und Umwelt.

Was sind die Auswirkungen der konventionellen Energien auf Natur und Umwelt?

Abbau und Förderung, Überführung und Einsatz konventioneller Energien haben schwerwiegende Folgen für Mensch und Natur und führen nachweislich zu einer Erwärmung unseres Planeten. Dieser Klimawandel zieht auf lange Sicht einschneidende Veränderungen für die Erde nach sich: Die Polkappen schmelzen, der Meeresspiegel steigt an, und Wetterextreme häufen sich.

Was ist der Grund für den Klimawandel?

Die Ursache für die Erwärmung des Klimas auf der Erde ist vor allem die Verbrennung der fossilen Energieträger und somit die Freisetzung von CO2 und anderen schädlichen Klimagasen. Verkehr und Industrie sind die Hauptverursacher, aber auch das Heizen von Gebäuden hat einen hohen Anteil an der Klimaveränderung. Deutschland und viele andere Staaten streben deshalb eine Energiewende an.

Wie passiert der Klimawandel?

Die Lufthülle (Atmosphäre) umfasst und schützt die Erdoberfläche wie eine Käseglocke und ist in mehreren Schichten aufgebaut. Chemische Verbindungen und kleinste Rußteilchen, die aus den fossilen Energieträgern freigesetzt werden, verändern die Zusammensetzung der verschiedenen Luftschichten. Es entsteht der so genannte Treibhauseffekt. Wärme kann dann nicht mehr in ausreichendem Umfang von der Erdoberfläche in den Weltraum entweichen. Je mehr solche Stoffe freigesetzt werden, desto stärker verändert sich die Atmosphäre und desto wärmer wird es. Dabei dauert es Jahrzehnte, bis die Stoffe in den hohen Luftschichten wirken. Auch wenn ab sofort keine Verbrennung mehr stattfände, könnten wir einen bestimmten Umfang an Erwärmung schon jetzt nicht mehr aufhalten. Wir können den Klimawandel aber begrenzen, indem wir konsequent und schnell auf erneuerbare Energien umstellen.

Was sind erneuerbare Energien?

Erneuerbar oder nachhaltig werden Energieträger genannt, die – nach menschlichem Ermessen – unerschöpflich sind und somit ständig und dauerhaft zur Verfügung stehen. Erneuerbare Energien sind Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und ebenso Pflanzen, so genannte Biomassen. Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme stehen zudem kostenlos zur Verfügung – man muss sie im Gegensatz zu Kohle oder Erdöl nicht erst einkaufen, um daraus Strom zu gewinnen.

Was ist die Energiewende?

Die Energiewende bedeutet, dass die fossilen und atomaren Energieträger nach und nach durch erneuerbare Energien sowie (maßvoll) durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden. Neue Technologien zur Energieerzeugung und -speicherung sowie eine insgesamt bessere Energieausnutzung und Energieeinsparung sind ebenfalls unbedingte Voraussetzung für die Energiewende.

Was will Deutschland tun, um die Energiewende zu erreichen?

Deutschland hat ein Energiekonzept entwickelt, das die Energiewende zum Ziel hat. Damit das gesteckte Ziel erreicht werden kann, gibt es entsprechende Gesetze und Vorschriften und es wird schrittweise eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt, um die Entwicklung der Energiewende marktgerecht zu steuern. Dazu zählen beispielsweise die Förderung erneuerbarer Energien oder Zuschüsse für Sanierungen zur Energieeinsparung, Steuersenkungen, Marktanreiz-Programme und die Festsetzung von Grenzwerten für schädliche Klimagase zum Schutz des Klimas.

Welche Rolle spielt die Windenergie bei der Energiewende?

Die Windenergie hat weltweit ein enormes Potential. Auch in Deutschland trägt sie von allen erneuerbaren Energien den bisher größten Anteil zur Stromerzeugung bei. Der meiste Windstrom wird an Land erzeugt, nur 2,1 Prozent stammt aus Windparks im Meer. Gute Windverhältnisse gibt es dabei nicht nur in den Küstenregionen, sondern auch in den Mittelgebirgen und vielen höheren Lagen im Binnenland.

Wie will sich NRW für die Energiewende einbringen?

Auch in Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung ein Klimaschutzgesetz auf den Weg gebracht. Darin spielt die Windenergie eine erhebliche Rolle. Darüber hinaus gibt es einen Windenergieerlass, der die Windenergie als tragende Säule der Energiewende betont und den Klimaschutz als Aufgabe aller Bürgerinnen und Bürger hervorhebt. Der Anteil der Windenergie in Nordrhein-Westfalen betrug 2011 etwa drei Prozent und soll auf mindestens 15 Prozent im Jahre 2020 ausgebaut werden. Der Winderlass erklärt die hierfür notwendigen planungsrechtlichen Verfahren und Möglichkeiten zur Umsetzung und unterstützt so die Ansiedlung von Windrädern.

Was will die Stadt Solingen für die Energiewende tun?

Die Stadt Solingen hat 2013 ein eigenes, umfassendes Klimaschutzkonzept veröffentlicht. Es weist den Weg in eine nachhaltige, klimafreundliche Stadt und zeigt ferner Möglichkeiten für eine nachhaltige Energieversorgung vor Ort auf. Die Erneuerbaren Energien und damit ebenso die Windenergie sind wichtiger Bestandteil in diesem Konzept. Deshalb prüfen die Stadtwerke Solingen nun die Möglichkeiten für Windenergie in Solingen.

 

Quellen:
Agentur für Erneuerbare Energien
Stadt Solingen

ARGE Bergwind

Wer ist die ARGE Bergwind?

Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Bergwind ist ein Zusammenschluss von sieben bergischen Stadtwerken sowie dem Wupperverband, einem öffentlich-rechtlichen Unternehmen. Mitglied in der ARGE Bergwind sind die Stadtwerke Solingen, Langenfeld, Burscheid, Remscheid und Leichlingen, MEGA Monheim und die Energieversorgung Leverkusen. Die ARGE Bergwind bündelt damit viel Erfahrung, Marktkompetenz und Professionalität aus der Bergischen Region.

Warum gibt es die ARGE Bergwind?

Die Mitglieder verfolgen das gemeinsame Ziel einer sinnvollen Erschließung für Windenergie und einer gerechten Verteilung von Windrädern in der Region. Die regionale Zusammenarbeit über die Ortsgrenzen hinweg hat es ermöglicht, dass die Bedingungen für geeignete Standorte gemeinsam festgelegt und die Gebiete anschließend gemeinsam untersucht werden konnten. Das gewährleistet eine durchdachte Planung, und auch die Kosten hierfür werden unter den Mitgliedern aufgeteilt. An den Wind-Projekten und den Investitionen für Windräder beteiligen sich somit stets mehrere Mitglieder. Die Finanzierung und der Betrieb von Windrädern werden so auf eine breitere Basis gestellt.

Rechtliche Voraussetzungen

Was passiert zurzeit in Solingen?

Anhand einer so genannten Potentialstudie wurden zunächst Flächen ausgewählt, die sich für die Nutzung von Windenergie generell eignen. Aktuell wird im Detail geprüft, inwieweit diese Flächen die Vorgaben für den Bau von Windrädern erfüllen.  Flächen, die nach Abschluss der Untersuchungen weiterhin in Frage kommen, könnten von der Stadt in einen “Flächennutzungsplan” aufgenommen werden.

Was ist eine Potenzialstudie für Windenergie?

Eine Potenzialanalyse für Windenergie zeigt anhand von Leistungsdaten (Windgeschwindigkeiten in unterschiedlichen Höhen) auf, welche Möglichkeiten für Windenergie bspw. in einzelnen Kreisen, Städten und Gemeinden vorliegen. Im Zuge einer Potenzialstudie wird eine entsprechende Raumanalyse durchgeführt, wobei raumplanerische und wirtschaftlich mögliche Windeignungsgebiete zu ermitteln sind. Dafür gibt es festgelegte Verfahren, die ein möglichst wirklichkeitsgetreues Bild von der Situation ergeben und die vor Ort machbaren Potenziale abschätzen lassen.

Was bewirkt ein Flächennutzungsplan?

Der Flächennutzungsplan (FNP) einer Gemeinde legt fest, wo in nächster Zukunft Bebauungen entstehen könnten, die für die Entwicklung der Kommune wichtig sind – z. B. für die Energieversorgung. Darunter fallen auch so genannte “Vorrangflächen” oder “Konzentrationszonen” für Windräder im Außenbereich. Im FNP wird ausgewiesen, in welchen Bereichen künftig Anlagen errichtet werden dürfen. Die Flächen müssen zudem für Windenergie geeignet sein. In der Begründung wird im Einzelnen dargestellt, welche Zielsetzung und welche Kriterien für die Konzentrationszonen maßgebend waren. Der Flächennutzungsplan ist also ein Instrument der Bauleitplanung. Er schafft jedoch kein Baurecht, ist also keine Baugenehmigung.

Warum sollen Gebiete für Windräder im Flächennutzungsplan ausgewiesen werden?

Gemeinden können im Flächennutzungsplan “Konzentrationszonen für Windenergieanlagen” darstellen. Eine solche Darstellung hat das Gewicht eines “öffentlichen Belanges”, der einem Windrad an anderer Stelle in der Regel entgegensteht. Das Plankonzept muss sich über den gesamten Außenbereich erstrecken. Weist eine Gemeinde keine geeigneten Vorrangflächen für Windräder in ihrem Flächennutzungsplan aus, verzichtet sie auf ihre Planungshoheit und es gilt die Privilegierung nach Bundes-Baugesetzbuch (BauGB) für Windräder. Wird ein Bauantrag nach Privilegierung gestellt und ein Genehmigungsverfahren durchgeführt, ist der Handlungsspielraum der Gemeinde geringer. Anlagen können dann grundsätzlich außerhalb von zusammenhängend bebauten Siedlungen und Ortsteilen errichtet werden, wenn alle genehmigungsrechtlichen Vorbedingungen eingehalten werden.

 

Quellen:
Baugesetzbuch
Winderlass NRW 2011

Sicherheit, Haftung, Rückbau

Wie werden die Menschen beim Bau und Betrieb von Windrädern geschützt?

Damit der bestmögliche Schutz für die Anrainer von Windrädern gewährleistet werden kann, gibt es entsprechende Vorschriften und Verordnungen, die in jedem Fall eingehalten werden müssen. Die Einhaltung wird im Einzelfall aufwändig überprüft. Auf dieser Grundlage können dann beispielsweise die endgültigen Abstände von Windrädern zu den Wohngebäuden der Siedlungen abgeleitet werden. Abstände von Windrädern zu Siedlungen sind deshalb nicht pauschal festgelegt, sondern orientieren sich am tatsächlichen Schutz von Mensch und Umwelt.

Werden Schall und Schatten berücksichtigt?

Bei einem Genehmigungsverfahren sind Schallgutachten vorzulegen, die belegen, dass die Windradgeräusche innerhalb des erlaubten Bereichs liegen. Hierfür gelten strikte Dezibel (db(A))-Grenzwerte, die in der TA Lärm (DIN ISO 9613-2) festgelegt sind. Auch der Schatten, den ein Windrad erzeugt, darf die Anwohner nicht objektiv stören. Grundlage hierfür ist das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG). Ziel ist der bestmögliche Schutz der Menschen vor Beeinträchtigungen. Die Beeinträchtigungen und davon abgeleitet die Schutzzonen werden rechnerisch ermittelt. Hierfür wird jeweils vom ungünstigsten aller theoretisch denkbaren Fälle nach Errichtung und Betrieb des Windrads ausgegangen – vom so genannten “Worst-Case-Szenario”.

Was bedeutet “Dezibel (dB(A))”?

Dezibel ist die Maßeinheit für den Schalldruckpegel, meist vereinfacht “Schallpegel” genannt. Da unser Gehör Töne unterschiedlicher Frequenz als verschieden laut empfindet, werden die Schallsignale bei Messgeräten so gefiltert, dass die Eigenschaften des menschlichen Gehörs nachgeahmt werden. Man spricht dann von einer sogenannten A-Bewertung, kurz dB(A). Die Dezibel-Skala ist logarithmisch aufgebaut. Null dB(A) entspricht der Hörschwelle, 130 dB(A) der Schmerzgrenze. Ein Unterschied von einem Dezibel entspricht ungefähr der kleinsten, mit gutem Gehör gerade noch wahrgenommenen Änderung einer Lautstärke.

Was ist das “Schlimmster-Fall-Szenario”?

Das “Worst-Case-Szenario” für Schall- und Schattengutachten nimmt die theoretisch ungünstigsten Rahmenbedingungen – permanenter Sonnenschein, wolkenloser Himmel sowie durchgehend senkrechte Einstrahlung auf die Rotorkreisflächen und ununterbrochener Betrieb der Anlage – für ein geplantes Windrad an, um zu ermitteln, ob es die gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen einhalten kann oder nicht. Die realen Werte liegen dadurch immer, sowohl beim Schatten als auch beim Schall, deutlich unterhalb der so errechneten Bedingungen.

Kann durch die Windräder der so genannte “Disko-Effekt” entstehen?

Als Disko-Effekt werden regelmäßig wiederkehrende Lichtreflexionen bezeichnet, die durch die rotierenden Flügel eines Windrads verursacht werden. Aufgetreten ist der Disko-Effekt vor allem bei Windrädern der ersten Generationen. Bei modernen Anlagen werden die Flügel reflexionsarm lackiert oder mit einer speziellen Beschichtung versehen, die Lichtblitze verhindert. Das Problem des Disko-Effekts spielt daher bei neuen Windrädern keine Rolle mehr.

Kann durch Windräder Infraschall entstehen?

Infraschall ist ein niederfrequenter Schall bis 20 Hz, der für Menschen normalerweise nicht hörbar ist. Er wird auch von Windrädern erzeugt. Messungen zeigen, dass von Windrädern nur ein sehr kleiner Anteil des in der Umgebung messbaren Infraschalls ausgeht. Der Hauptanteil kommt vom Wind selbst – und zwar unabhängig von der Windanlage. Eine Gefahr für den Menschen durch Infraschall von Windrädern konnte bisher nicht belegt werden.

Wie wird der Schutz von Pflanzen und Tieren garantiert?

Die zu erwartenden Umweltwirkungen werden weit vor dem Bau eines Windrads untersucht. Bereits für die Suche nach Konzentrationsflächen werden Voruntersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse sind spätestens für die Durchführung eines Genehmigungsverfahrens Voraussetzung. In diesem Rahmen findet dann überdies eine so genannte “artenschutzrechtliche Prüfung” statt. Dazu gehören umfangreiche Kartierungen und Expertengutachten zur Tier- und Pflanzenwelt.

Wer haftet, wenn etwas passiert?

Windräder sind – im Gegensatz zu Atomkraftwerken – vollumfänglich haftpflichtversichert. Im Schadensfall werden also keine Kosten auf die Allgemeinheit abgewälzt. Als Beleg für den hohen Sicherheitsstandard von Windrädern kann auch die geringe Höhe der Betriebshaftpflichtversicherung gelten, die für eine Windkraftanlage mit zwei bis drei Megawatt Nennleistung nur rund 100 Euro Prämie im Jahr beträgt.

Was passiert nach Ablauf der Laufzeit eines Windrads?

Der Betreiber ist nach dem Baugesetz für den Rückbau jeder Anlage verantwortlich. Vor der Genehmigung des Baus muss er deshalb nachweisen, dass er die für diesen Rückbau anfallenden Kosten übernehmen kann. Beim Rückbau wird die beanspruchte Fläche annähernd wieder in ihren Urzustand versetzt und möglichst viele Wertstoffe eines Windrads werden einer Wiederverwendung zugeführt, z. B. das Kupfer des Generators oder der Stahl aus dem Maschinenträger und den Turmsegmenten.

 

Quellen:
Bundes-Immissionsschutzgesetz
Bayerisches Landesamt für Umwelt
Deutscher Bundestag

Windkraft in Solingen

Gibt es in Solingen geeignete Flächen für Windenergie?

Im Stadtgebiet von Solingen gibt es Flächen, auf denen voraussichtlich genug Wind weht, um Windräder wirtschaftlich betreiben zu können. Mit einem für die Planung speziell erstellten Windgutachten wurde bestätigt, dass im Wald südlich oberhalb des Sengbachtals mit ausreichendem Wind für moderne Windkraftanlagen gerechnet werden kann.

Zerstören die Windräder nicht die Landschaft?

Die Errichtung von Windrädern verändert bisher gewohnte Ansichten. Jedoch hat der Mensch seit jeher die Natur für seine Zwecke genutzt. So wurde die Sengbachtalsperre mit Hilfe eines Stausees errichtet und auch der Höhenzug an der Sengbachtalsperre blieb in der Vergangenheit nicht unberührt. Aus Untersuchungen zum Tourismus in Regionen mit Windrädern, wie z. B. im Hochschwarzwald, kann geschlossen werden, dass Windräder vor allem von jüngeren Menschen und Familien gut akzeptiert werden.

Können im Wald überhaupt Windräder gebaut werden?

In NRW sind mit dem Windenergieerlass der Landesregierung Anlagenstandorte im Wald generell möglich. Es wird in jedem Fall darauf geachtet, künftige, mit den möglichen Windrädern verbundene Eingriffe in den Wald so gering wie möglich zu halten. Das betroffene Gebiet oberhalb des Sengbachtals ist relativ klein und besteht aus einem Mosaik mit Fichtenparzellen und Laubwald. Der Wald wird vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW bewirtschaftet und somit einer regelmäßigen Durchforstung unterzogen. Das heißt, der Baumbestand wird regelmäßig ausgeholzt, damit sich die unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wertvollen Bäume gut entwickeln können.

Werden jetzt auf diesen Flächen Windräder gebaut?

Aktuell wird das Gebiet an der Sengbachtalsperre einer eingehenden Umweltprüfung unterzogen. Für den Fall, dass sich die Fläche als geeignet herausstellt, wird sie die Stadt zunächst als “Vorrangfläche” für Windenergie in ihrem Flächennutzungsplan kennzeichnen. Dies entspricht jedoch noch keiner Baugenehmigung für Windräder.

Was passiert, wenn seltene Tiere oder Pflanzen gefunden werden?

Bei der Ermittlung so genannter “planungsrelevanter” Arten wurde im Bereich der Sengbachtalsperre ein genutzter Uhu-Brutplatz entdeckt. Deshalb wird aktuell eine detaillierte Einzelüberprüfung durchgeführt. Es wird untersucht, inwieweit der Bau eines Windrads eine Gefahr oder Störung für die Tiere bedeutet. Erst nach Abschluss dieses Gutachtens können endgültige Aussagen zum Standort gemacht werden.

Was sind die nächsten Schritte, wie geht es weiter?

Wenn die endgültig möglichen Flächen von der Stadt im Flächennutzungsplan festgeschrieben werden, wird dieser anschließend bei der Bezirksregierung zur Genehmigung eingereicht. Erst im Anschluss könnte mit der eigentlichen Bauplanung begonnen werden.

 

Quellen:
CenTouris
WEAtlas
Landesregierung von Nordrhein-Westfalen

Binnen-Windräder: Kosten, Ertrag, Vergütung

Welche Windräder kommen in Solingen für den Bau in Frage?

Relevant für einen möglichen Einsatz in Solingen sind moderne Anlagen, die speziell für den Einsatz im Binnenland entwickelt wurden. Diese sind in der Regel bis zur Nabe ca. 140-150 Meter hoch, und inklusive der Rotorblätter misst ein solches Windrad dann ungefähr 200 Meter.

Welche Fläche beansprucht ein Windrad?

Der Eingriff in den Wald wird so gering und schonend wie möglich ausgeführt. Jede Anlage benötigt, zusammen mit ihrem zugehörigen Kranstellplatz, eine Fläche von 0,2 bis einem Hektar. Während der Bauphase ist der Flächenbedarf etwas größer. Die Fläche kann aber direkt nach der Windrad-Errichtung zum großen Teil wieder aufgeforstet werden. Für den mit dem Projekt insgesamt verbundenen Eingriff müssen entsprechende Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt werden.

Was kostet ein Windrad?

Die Investitionskosten für ein Windrad liegen im Moment zwischen 3 und 5 Millionen Euro. Die genaue Summe ist von vielen Faktoren abhängig: beispielsweise der Zugänglichkeit des Geländes, dem Fundament oder der Entfernung zum Einspeisepunkt der Stromleitung. An der Sengbachtalsperre investieren die Stadtwerke nur anteilig, da das Projekt gemeinsam mit der ARGE Bergwind realisiert werden soll.

Welchen Ertrag hat ein Windrad?

Die heutzutage übliche Nennleistung des Generators liegt bei modernen Binnen-Windrädern bei je etwa 2,5 – 3,2 MW. Ein Windrad erzeugt somit im Jahr ca. 4-6,5 Millionen Kilowattstunden Strom und kann zwischen 1.500 und 1.800 Haushalte versorgen. Das ist 1,68mal so viel, wie alle in Solingen derzeit installierten Photovoltaikanlagen produzieren. Der Ertrag des Windrades entspricht einer Kohlenstoffdioxid-Einsparung von rund 3.200 bis 4.800 Tonnen jährlich.

Wie wird der Strom aus einem Windrad vergütet?

Einspeisung und Vergütung werden durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Es gibt aktuell eine Grundvergütung und eine Anfangsvergütung. Im EEG wird die Mindestvergütung durch eine ertragsabhängige Vergütungshöhe geregelt, welche durch einen so genannten “Referenzertrag” definiert ist. Für Windräder, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in Betrieb gegangen sind, wird zunächst eine Anfangsvergütung für einen Mindestzeitraum von fünf Jahren festgeschrieben. Je nach Standortqualität wird die Einspeisevergütung anschließend auf eine Grundvergütung abgesenkt. An sehr ertragsstarken Standorten erfolgt die Absenkung unmittelbar nach Ablauf des fünften Jahres, an windschwachen Standorten wird die Zahlung des erhöhten Vergütungssatzes um zwei Monate je 0,75 Prozent Minderertrag im Vergleich zu den 150 Prozent des Referenzertrages, verlängert. Der Vergütungssatz für Neuanlagen zur Erzeugung von Strom aus Windenergie hängt zusätzlich vom Jahr der Installation ab.

 

Quellen:
Bundesverband Windenergie
Erneuerbare-Energien-Gesetz
IWES Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen